Sehr geehrter Herr Zierz,
auf ihrem BLOG ∗ MCC-CATS sind wir auf die Artikel über die skrupellosen Machenschaften der Züchterin Jenny Appelfelder gestoßen. Leider zu spät, denn auch mein Partner und ich sind auf diese furchtbare Frau herein gefallen.

Aufgrund der tragischen Ereignisse und des daraus resultierenden Rates mehrerer Tierärzte wenden sich mein Partner und ich an Sie, um ebenfalls auf Zuchtmissstände aufmerksam zu machen. Ich bitte Sie, sich nicht von der Länge des Textes abschrecken zu lassen. Wir fanden, dass die gesamte Geschichte für den Verlauf der Geschehnisse von Bedeutung ist.

Ende November 2018 haben wir uns voller Vorfreude den lang ersehnten Wunsch einer kleinen Britisch Kurzhaar Katze erfüllt. Nach verschiedenen Recherchen sind wir über eine Internet-Plattform auf eine Züchterin in der Nähe von Altenburg aufmerksam geworden. Sie nannte sich dort Manuela, was sich nach späteren Recherchen nicht als korrekter Name herausstellte. Wir wollten das dort inserierte Kätzchen gern besichtigen, weil wir uns auf Anhieb in die Kleine verliebt hatten. Besichtigungen seien jedoch nicht möglich, bei Gefallen sollten wir das angeblich 12 Wochen alte Katzenbaby gleich mitnehmen, da die Frau hochschwanger nicht mehr lange auf die Kitten aufpassen könne.

Jenny Appelfelder sagte, dass Sie die Whiskas Kitten für 600 € statt den üblichen 1200 € verkaufe, weil sie sich durch ihre Schwangerschaft und den kurz bevorstehenden Entbindungstermin nicht mehr um so viele Kätzchen kümmern könne.

Wir entschlossen uns, die Züchterin zu besuchen und dann zu entscheiden, ob wir das Kätzchen tatsächlich mitnehmen. Bei ihr angekommen, verlief das Gespräch relativ neutral. Sie gab uns viele Informationen und Tipps zur Haltung mit auf den Weg. Unplausibel war uns jedoch, dass sie sich als absolute Impfgegnerin deklarierte. Die Katzen würden bei einer Impfung krank und maximal 5 Jahre alt werden. Das kam mir sehr eigenartig vor, da ich persönlich schon mehrere Katzen und Kitten in meinem Elternhaus hatte, bei deren Impfung mir so etwas noch nie passiert oder zu Ohren gekommen ist. Eine genauere Erklärung lieferte die Züchterin nicht. Sie erklärte, dass sie in einem Rassekatzenverein sei, uns aber aufgrund von hoher Kosten keinen Stammbaum aushändigen könne. Wir als Leihen haben dies geglaubt und das kleine Kätzchen auch ohne Papiere mit zu uns genommen.

Zuhause angekommen versteckte das Kätzchen sich völlig verängstigt unterm Sofa. Bereits bei ihrer Züchterin war die Kleine sehr ängstlich und ließ sich untypischerweise nicht einmal kurz hochnehmen. Wir gaben dem Kätzchen viel Zeit, waren sehr einfühlsam und haben sie zu nichts gedrängt, sondern ihr die Zeit gegeben, sich einzuleben. Wir richteten alles in einem Raum für sie ein, um ihr den Einzug so stressfrei wie möglich zu machen. Dennoch fiel auf, dass sie unheimliche Angst vor beinahe allem hatte: vor Händen, vor Gesichtern, davor, den Teppich zu verlassen und aufs Laminat zu gehen, vor Geräuschen, vor anderen Menschen. Sie war einfach sehr sensibel, sodass wir alle Zeit und Mühen investierten, um ihr das Leben bei uns angenehm und ruhig zu gestalten. Wir haben Stunden damit verbracht, dass sie genug Essen zu sich nimmt, ihre Toilette findet und kuschelige Rückzugsorte hat. Das Kätzchen war nach einer Woche bei uns aufgeschlossener, verschmust und verspielt aber dennoch ungewöhnlich schreckhaft.

Wir dachten, das liege einfach an ihrem Gemüt und passten uns ihr an. Doch bereits an den ersten zwei Tagen, an denen sie bei uns war, bemerkten wir ihre tränenden, schleimigen Augen und, dass sie häufig nieste. Wir machten uns große Sorgen und hatten den Verdacht auf Katzenschnupfen, sodass wir gleich mit ihr zum Tierarzt gegangen sind. Auch das Thema Impfen war bei uns noch im Gedächtnis. Gerade eine solch kleine Katze ohne ausgeprägtes Immunsystem braucht ja generell eine bzw. mehrere Schutzimpfungen. Die Tierärztin sagte, dass sie tatsächlich angeschlagen sei und gab uns ein Präparat zum Aufbau des Immunsystems mit. Wir sollten etwa eine Woche später zum Impfen vorbei kommen. Dem Kätzchen ging es in den Tagen nach der Einnahme des Präparates und der Verabreichung von Augentropfen immer besser. Sie spielte, war aufgeweckt und fröhlich – für ihre Verhältnisse sehr lebhaft.
Nach der Impfung war eine Woche auch noch alles in Ordnung. Doch nach etwa zwei Wochen wurde ihr Spieltrieb viel weniger und sie schlief viel. Das hielten wir anfangs nicht für sonderlich außergewöhnlich bei so einer kleinen Mieze. Die Tierärztin riet uns dazu, möglichst zeitnah eine weitere Katze zu holen, damit das Kätzchen sich weiter sozialisieren und etwas aufblühen kann und tagsüber nicht so einsam ist.

Durch einen glücklichen Zufall haben wir sogar noch vor Weihnachten die kleine Elli von einer anderen Züchterin bekommen. Das komplette Gegenteil von unserem Kätzchen: sofort sozialisiert, aufgeweckt, verschmust und putzmunter. Sie fand sofort ihre Futterstelle in der Küche und das Katzenklo im Bad, was wir bei dem Kätzchen zur Eingewöhnung beides eine Woche im Wohnzimmer stehen lassen mussten, da sie ja den Raum nicht verlassen wollte. Die kleine Elli explorierte sofort die ganze Wohnung und wollte sich dem Kätzchen annähern. Diese ließ das ab und an auch gern zu.

Das Kätzchen wurde in den nachfolgenden Tagen schlagartig immer schwächer. Sie schlief fast nur noch, wirkte apathisch und spielte gar nicht mehr. Sie konnte irgendwann nicht einmal mehr schnurren, außer, wenn sie für sich in ihre Decke trampelte. Wir machten uns wieder große Sorgen, sodass wir noch am zweiten Weihnachtfeiertag zum Bereitschaftsdienst gefahren sind. Dort stellte die Tierärztin hohes Fieber fest (etwa 41 °C) und, dass sie einen ziemlich großen Bauch hatte. Sie tippte auf Würmer und gab ihr zusätzlich eine Wurmkur und etwas fürs Immunsystem. Zwei Tage später waren wir nochmal bei der Ärztin, da hatte das Kätzchen kein Fieber mehr.

Am Wochenende war ihr kleiner Bauch kugelrund, sie wirkte apathisch und aß kaum noch etwas. Wir gingen gleich zum Tierarzt. Dort wurde Wasser im Bauch per Ultraschall festgestellt. Eine Entnahme des Wassers zeigte, dass sich Eiweiß abgesetzt hatte. Es könnte FIP sein, hieß es. Wir sollten das Kätzchen besser sofort in eine Tierklinik bringen. Wir sind daraufhin gleich nach Crimmitschau in die nächste Tierklinik gefahren. Mehrere Blutproben wiesen leider deutlich auf FIP hin. Das Kätzchen bekam nochmals Antibiotika und Schmerzmittel. Wir sollten am nächsten Tag noch einmal zum Chefarzt kommen, da er persönlich mit uns sprechen wollte. Die Ärzte machten uns leider nicht viel Hoffnung, taten aber alles Mögliche für unsere kleine Maus. Am Sonntag vor Silvester mussten wir das Kätzchen dann leider gehen lassen. Der Schmerz, dass wir unser kleines Katzenbaby verloren haben, sitzt noch immer sehr tief und wir können es nur sehr schwer akzeptieren.

Doch auch die Wut über die Umstände ihres viel zu frühen Todes, lässt uns nicht mehr los. Aufgrund mehrerer Recherchen fanden wir heraus, dass die Züchterin nicht wie beschrieben Manuela sondern Jenny Appelfelder heißt.

Frau Appelfelder ist auch dem Chefarzt der Tierklinik bekannt, denn wir waren bereits der dritte Fall in seiner Klinik, bei welchem ähnlich furchtbare Diagnosen unter der Zucht der Frau gestellt worden sind. Die meisten schrecklichen Informationen bekamen wir auf Ihrer Internetseite sowie über die Suche des Namens über Facebook. Unter anderem ist von Zuchtmissständen, illegalem Verkauf von Tieren auf Messen und Lügen beim Alter sowie Stammbäumen und Papieren die Rede.

Auch das Kätzchen war der Größe, ihrer Entwicklung und ihres Verhaltens nach zu urteilen offensichtlich keine zwölf Wochen, als wir sie bekamen. Wohl eher geschätzte acht. Aufgrund dessen, dass das Kätzchen ohnehin schon krank zu uns kam (Verdacht auf Katzenschnupfen) und die schlimme Diagnose FIP nicht lange auf sich warten ließ, rieten alle Ärzte, bei denen wir waren dringlichst dazu, die Umstände dem Veterinäramt mitzuteilen, da die gesamte Zucht von tödlichen Viren unbemerkt verseucht sein könnte. Das haben wir bereits gemacht.

Unser kleines Kätzchen kann uns niemand mehr zurückbringen. Wir möchten nur, dass keine weiteren, unschuldigen Katzenbabys unter Frau Appelfelders geldgierigen Machenschaften leiden müssen. Nach all den weiteren Erfahrungsberichten von Betroffenen wäre es unser größter Wunsch, wenn diese Frau nie wieder auch nur eine Katze halten oder züchten darf. Über die Zustände muss dringlichst aufmerksam gemacht werden. Wenn genügend Betroffene gefunden werden, sollte man am besten auch über verschiedene Medien gehen, damit das Veterinäramt oder die Polizei endlich aufwacht und hart durchgreift.

Liebe Grüße
(Quellenschutz / Verfasserin bekannt)