Sehr geehrte Züchterkollegen, geneigte Leser, liebe Freunde,
die Resonanz auf meinen Artikel Katzenelend in der BKH Cattery of Linlithgowshire von Anika Susann May-Leske war erheblich. In 24 Stunden über 8000 Seitenaufrufe – das hatte ich nicht erwartet.

Die überwiegende Mehrheit der Leser positionierte sich sehr deutlich. Gegen diese jämmerlichen Haltungsbedingungen und für die Katzen. Klasse – DANKE!

Anika Susann May-Leske ist als Vereinsvorsitzende des Crystal Palace Cats e.V. gut bekannt und hat selbstverständlich (das meine ich ehrlich) viele Befürworter und Freunde.

Das mein Artikel polarisiert ist mir sehr bewusst. Wie ich bereits schrieb…
„Da ich mich nicht berufen fühle die Welt zu retten habe ich es einfach auf sich beruhen lassen und ganz persönliche Konsequenzen gezogen. Manch einer der Leser weiß sicher aus persönlicher Erfahrung wie konsequent ich sein kann.“
Das Thema CPC und May-Leske war für mich erledigt und bei den Akten.

Bei dem Artikel ging es mir vor allem um eins! Das Wohl der Katzen. Jetzt und in Zukunft.

Die heldenhaften Verteidiger von Anika Susann May-Leske und die ImmerZweifler fanden spontan viele Argumente, warum nicht sein kann, was nicht sein darf und warum es so ist und warum es nicht schlimm ist und warum die Bilder alt sind und das die Bilder überhaupt nicht das Grundstück zeigen und… Es wurde abenteuerlicher und immer blöder! Wenn das Thema nicht so ernst wäre, dann würde ich den Lemmingen einen gewissen Unterhaltungswert, weit über RTL, zusprechen.

Bevor ich auf Einzelheiten eingehe… Ja, bis zu einem gewissen Grad kann ich die Verteidiger und die ImmerZweifler verstehen. Mich würde es belasten, wenn ich so etwas bei guten Bekannten oder Freunden übersehen hätte. Ich würde mich schämen. Es schönreden oder zur Tagesordnung übergehen würde ich nicht. Ich würde den „Freund“ nicht schonen aber den Katzen helfen.

Zur Sachlage:

Liebe Anika Susann May-Leske Versteher, liebe Immerzweifler,
Das von mir gezeigte Bildmaterial ist am 10.11.2018, 23.11.2018 und am 27.11.2018 fotografiert worden. Das ist anhand der Metadaten in den Originalfotos jederzeit belegbar.

Ich habe explizit darauf hingewiesen, dass ich nur ausgewählte, halbwegs erträgliche Bilder zeige. Es geht nicht um Effekthascherei.

Die Leiterin Zuchtausschuss / Zuchtbuchamt des CPC, Vivian Walch, hat lange abstruse Argumentationsketten „gebastelt“ die an Peinlichkeit nicht zu überbieten sind und die ihr von Züchterkollegen sofort widerlegt wurden.

Da Frau Walch selbst „Züchterin“ ist, sei mir eine Frage erlaubt. Was meinen Sie, über welchen Zeitraum man wie viele Katzen vernachlässigen muss, um diese Mengen an Kot „böswillig“ fotografieren zu können?

Frau Walch verweist darauf, dass das Haus nach dem Brand einsturzgefährdet ist und nicht mehr betreten werde darf. Welcher Züchter oder Tierfreund lässt seine Katzen sieben Monate in einer einsturzgefährdeten Ruine zurück? Zeit für die Organisation und Durchführung von Ausstellungen des Crystal Palace Cats e.V. hat Frau May-Leske reichlich gehabt. Haben sich die Mitglieder des CPC nie erkundigt wie es den Katzen geht und ob Hilfe benötigt wird?

Ich denke nicht, dass die Argumentation und die zusätzlichen Hinweise von Vivian Walch sehr hilfreich für Anika Susann May-Leske waren, ich bedanke mich aber ordentlich dafür.

Am 08.12.2018 hat Anika Susann May-Leske die Kontrollberichte des Amtes für Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Havelland veröffentlicht. Die lesen sich richtig gut. Alles Prima. Gratulation!

Anika Susann May-Leske hat „vergessen“ zu erwähnen, dass die Kontrolle des Veterinär Amtes mindestens sechs Tage vorher angemeldet wurde. Ich denke, in sechs Tagen halbwegs Ordnung zu schaffen, alles erträglich und schick zu machen ist lösbar. Herakles hatte für die Ställe des Königs Augias nur einen Tag.

Ich hatte Frau Amtstierärztin Wernecke explizit darauf hingewiesen, dass sie die Katzen nicht vollständig vor Ort vorfinden wird, wenn sie sich anmeldet und der Verbleib der Tiere damit ungeklärt bleibt. Nun, Frau Werneke hat eine eigene „Dienstauffassung“. Die Anzahl der Katzen hatte ich ihr mitgeteilt. Das vor Ort Katzen fehlten ist ihr nicht aufgefallen. Wer fragt bekommt Antworten und die verlangen unter Umständen neue Aktivitäten. Arbeit ist so unangenehm…

Entsprechend des Berichtes protokollierten die Kontrolleure 4 Kastraten in Märkisch Luch OT Buschow in passablem Zustand. Die Tiere hatten Futter und Wasser. Warum sie vor der eigenen Besitzerin davonlaufen und vor fremden Tierschützern nicht, dass ist ein ungeklärtes Mysterium. Am 10.11.2018, 23.11.2018 und am 27.11.2018 wurden 14 Katzen gezählt und dokumentiert.

Für alle May-Leske Versteher, ImmerZweifler und NichtZählenKönner haben die Tierschützer das aufgearbeitet.

Katze 10 – blau-weißes Jungtier
Katze 11 – Langhaar
Katze 12 – Langhaar
Katze 13 – noch eine schwarz-weiße im Zwinger (saß im Video in der Türzarge)
Katze 14 – versteckte sich im Schutthaufen

Für eine Stellungnahme war Frau Wernecke nicht erreichbar.

Sehr geehrte Frau Werneke, auf Ihrem Beleg ist „Tierschutz“ angekreuzt. WO SIND DIE KATZEN VERBLIEBEN?

Da war noch was? Da sind noch Fragen offen? Geduld. Fortsetzung folgt…

Jens Zierz